Eine Reise in die Zukunft neuer Arbeitswelten – „Quo vadis office?“

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In Runde zwei im plenum von plenos am 2. Mai 2012 war Architekturjournalist und Buchautor Wojciech Czaja zu Gast. In seinen „Office Evolutions“ vermittelte der kritische Geist eine klare Botschaft: „Es ist an der Zeit, sich vom Modell des stereotypen Arbeitens zu verabschieden, die klassischen Office-Boxen sind nichts anderes als Legebatterien.“

Das Büro der Zukunft hat viele Facetten: Von Shared Desks und Co-Working über Open Space bis hin zu Quiet-Rooms, Chill-Areas und Lounge-Bereiche ist so einiges möglich. „Wichtig ist, den Mitarbeitern eine Vielfalt zu bieten“, erklärt Czaja, der selbst viele Jahre als Architekt tätig war, „aus der sie je nach Persönlichkeit, Tagesverfassung und Arbeitssituation frei wählen können.“

Auf den Mix kommt es an

Die Antwort auf kleine Zellen-Büros ist nicht das Großraumbüro an sich. Der Mensch braucht Möglichkeiten für Rückzug. „Studien in den USA und mittlerweile auch Deutschland belegen, dass Großraumbüros verstärkt zu Aggression, Krankenständen und Stellvertreterkriegen führen können“, berichtet Czaja. Die berühmten Google Offices mit ihren Open Space Büros bieten darum ihren Mitarbeitern einen bunten Mix für die nötige Privatsphäre zwischendurch. Wer sich für ein paar Stunden ausklinken will, lässt sich in Rückzugsoasen massieren, spaziert durch künstliche Traumwälder oder macht Powernapping in Quiet-Rooms.

Kreatives Chaos

Das neue Headquarter von Microsoft Österreich in Wien ist ein gutes Beispiel für das Office der Zukunft. Das Grazer Architekturbüro INNOCAD hatte zur Aufgabe, viele unterschiedliche Raumstimmungen und spielerische Gadgets zu schaffen, um die „Microsofties“ geistig und körperlich zu inspirieren. So entstanden Besprechungsräume von der urigen Zirbenstube mit Lederfauteuils bis hin zum asiatischen Zen-Raum mit tiefer gelegten Tischen und Sitzkissen. Selbst eine Stahlrutsche vom zweiten in den ersten Stock sorgt für mehr Dynamik im Arbeitsalltag.

Wo geht die Reise hin?

„Natürlich ist die Entwicklung der Arbeitswelten nicht überall so schnell wie in Kreativ-Agenturen“, weiß Czaja, „und der Prozess geht sicherlich nicht so schnell wie Architekten und Auftraggeber gerne hätten.“ Es handelt sich dabei um ein jahrelanges, kulturelles Umdenken und Aufbrechen von etablierten, einstudierten Strukturen. Das Arbeiten muss umgelernt werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung.